Die Untersuchung fängt an
Als die Dämmerung hereinbrach, verschwand das letzte Tageslicht in weichen Violett- und Goldtönen am Horizont. Das Team schaltete seine Taschenlampen ein, deren Strahlen die einbrechende Dunkelheit durchschnitten. “Verteilt euch ein bisschen, aber seid vorsichtig”, wies Karen leise an. Der Schein ihrer Lampen tanzte über das staubige Fell des Nashornbabys und enthüllte feine Konturen und Schatten, die vorher verborgen waren. Sie näherten sich langsam und achteten auf jede Bewegung. Das Tier zuckte nicht, sondern blinzelte nur im warmen Schein ihrer Lichter. Das leise Rauschen der Nachtinsekten unterstrich die Stille. Jonah richtete seine Taschenlampe aus, strich vorsichtig über den Boden und die Beine des Nashorns und suchte nach Wunden, verhedderten Drähten und allem, was erklären könnte, warum das Tier hier angehalten hatte.

Die Untersuchung beginnt
Stille Beobachtung
Eine stille Spannung lag in der Luft. Keiner sprach. Selbst das Atmen war zu laut. Das Team beobachtete das Nashorn aufmerksam, maß jedes Zucken seines Ohres, jede leichte Gewichtsverlagerung. Karen stand regungslos neben Jonah, die Stirn in Konzentration gerunzelt. “Ganz ruhig, Mädchen”, flüsterte sie leise, unsicher, ob sie das Tier oder sich selbst beruhigen sollte. Jonah studierte die Haltung des Tieres – es zitterte nicht und seine Augen waren nicht vor Angst geweitet. Im Gegenteil, das junge Nashorn wirkte seltsam gelassen, als ob es verstanden hätte, dass die Menschen ihm nichts Böses wollten. Die Ruhe vor dem Unbekannten legte sich über sie, zerbrechlich und flüchtig. Jonah wusste, dass eine falsche Bewegung sie auf der Stelle zerstören konnte.

Stille Beobachtung

